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Südkurier
(Markdorf) am 25.10.2006:
Familiäre Herzlichkeit im Musikgottesdienst
Markdorf - Mit einem christlichen Liederabend inspirierten Rebecca und Marcus Watta auf Einladung von "Blickpunkt G" im sehr gut besuchten Markdorfer evangelischen Gemeindezentrum "Haus im Weinberg" kleine und große Zuhörer.
Eine Kette brennender Teelichter weist den Weg durch die Dunkelheit zum herbstlich dekorierten "Haus im Weinberg" in Markdorf, wo es verführerisch nach gutem Essen duftet. Als Veranstalter wird die überkonfessionell christlich tätige Laieninitiative "Blickpunkt G" im Anschluss an das David-Konzert mit Rebecca und Marcus Watta zu einem Brunch einladen, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Vor dem Altarbild ist eine von Lautsprechern flankierte Bühne installiert. "Blickpunkt G - Fragen suchen Neugierige" ist dort über den Portrait-Fotos von Rebecca und Marcus Watta nachzulesen, die ihren Lieder-Erzählabend mit eigenen christlichen Songs mit "David" überschrieben haben.
"Eine schillernde Figur aus der Bibel, die auch Menschen bekannt ist, die keinen Bezug zum christlichen Glauben haben", erklärt eine Mutter aus Bermatingen, die mit ihrem Sohn und mehreren Freunden gekommen ist, um die Musik von Rebecca und Marcus Watta in Verbindung mit der Davids-Geschichte zu erleben. Die jungen Protagonisten, die heute in Frankfurt leben, waren früher ihre Nachbarn. "Die Rebecca singt und der Marcus spielt Gitarre", weiß ein achtjähriger Junge, der schon ganz früh gekommen ist, um einen der begehrten Plätze in der ersten Reihe des später rappelvollen Hauses zu ergattern.
"Es ist das erste Konzert in der nunmehr fünfjährigen Geschichte des Blickpunkt G", sagt Katrin Wiedmann. "Die Liedtexte werden zum Mitsingen auf die Leinwand projeziert, und wer will, darf zur Musik auch mittanzen." Eine Art Musikgottesdienst werde man erleben, erläutert nach dem Begrüßungslied Marcus Watta, wobei man ein Licht auf David werfe, "wie auf einen Edelstein, der in der Bewegung in verschiedenen Fassetten funkelt". Die meisten Menschen würden David als Psalmisten kennen, meint Marcus. Rebeccas und seine Psalmen aus eigener Feder übersetzt, besingen Dinge aus dem aktuellen Leben.
Wie der Psalm 139, in dem Marcus, sich selbst mit der E-Gitarre begleitend, den rasend schnellen Herzschlag eines kleinen Vogels besingt. "Wohin flieh'n vor deinem Angesicht?", beginnt der Refrain des mehrstrophigen Songs, den beide im Duett singen. "Was ich so schön bei David finde, ist, dass er in seinen verschiedensten Lebenssituationen immer zu Gott schaut", sagt Rebecca. "Ich atme nach vorn, atme zu dir", singt sie, vom Gitarrespiel ihres Mannes getragen, mit ihrer ausdrucksintensiven, schönen Stimme.
Die Texte und Melodien, denen die Zuhörer mit offensichtlicher Inspiration lauschen, entstammen überwiegend aus der Feder von Marcus Watta. Die Atmosphäre im Saal ist geprägt von fast familiärer Herzlichkeit. Spannend und mit charismatischer Ausstrahlung führt Rebecca zwischen den Songs durch die wechselvolle Geschichte Davids, der als Hirtenjunge vom König gesalbt wurde. "Öffne meine Ohren, lenke meine Hand. Richte unsere Herzen, ein Diener zu sein", ist die gesungene Botschaft, die zu der Geschichte von David als Ehebrecher und Mörder seines Rivalen führt, und dazu, dass David bereuend zu Gott schreit, er möge ihm verzeihen. "David strebt weiter nach Gott, auch wenn er Fehler macht." Getanzt wird nicht, aber immer wieder herzlich applaudiert. "Heil'ger Gott, komm, neige dich zu uns in dieser Zeit", lautet eines der musizierten Gebete, die alle eine tiefe Religiosität atmen.
Gabi Rieger
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